In eigener Sache: unser Programm für die WDC 2026

Gestalt Error 409

Letzte Aktualisierung März

Seit über einem Jahr arbeiten wir an unserem Veranstaltungsprogramm für die World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026. Wir freuen uns, euch nun eine Vorschau zu geben! Aktuell sind wir dabei Speaker:innen und Workshopleiter:innen einzuladen und Daten und Veranstaltungsorte festzulegen. Am 24.4. geht es mit der ersten Designdebatte zum Thema Design Thinking los. 

409 x WDC Designdebatten

#1: Design Thinking ist tot – Leider? Endlich?

Design Thinking war lange Zeit die populärste Designmethode. Von Designer:innen meist eher gehasst als geliebt. Heute scheint die Methode mehr und mehr aus den Portfolios der Agenturen zu verschwinden. Zeit also zu bilanzieren: Was hat Design Thinking mit Designer:innen aber vor allem auch mit der Bedeutung, Wirkung und dem Selbstverständnis von Design gemacht?

19 Uhr, 24. April 2026, Kapelle, HfG Offenbach, Schloßstraße 66, 63065 Offenbach am Main

Über die Speaker:innen:

Ben von Linde-Suden

Ben von Linde-Suden baut seit über 20 Jahren Brücken zwischen Nutzer, Business und Technologie. Als UX Director bei Diconium (Volkswagen Group) und SIXT verankerte er nutzerzentrische Designprozesse in agilen Entwicklungsteams. Er ist überzeugt: UX-Verantwortung gehört cross-funktional ins gesamte Team.
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→ munich creative business week

Rebecca Könitzer

Vom Design-Thinking zum systemischen Wandel: Als ehem. Design Directorin bei IDEO verankerte Rebecca Human-Centered Design in Regierungen und Konzernen für nachhaltigen Wertbeitrag. Heute befähigt sie Teams und Führungskräfte dazu, Strategie, Innovationsmethoden & menschliche Tiefe radikal zu vereinen.
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→ Future Forward Leadership

Dr. Tim Seitz

Tim Seitz ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Goethe Universität Frankfurt. In seiner praxistheoretisch und prozesssoziologisch orientierten Forschung interessiert er sich für das gesellschaftliche Verhältnis von Problemen und Lösungen; insbesondere dann, wenn Probleme sich einer Lösbarkeit entziehen.
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→ Goethe Universität
→ transcript Verlag

#2: Idealismus im Designstudium. Was ist schlimmer: Zynismus oder Naivität?

Im Designstudium geht es viel um die unterschätzten Kräfte von Design für die Gestaltung einer besseren Welt. Doch beim Jobeinstieg stellen viele Designer:innen fest: die alltägliche Realität sieht ganz anders aus. Das führt oftmals zu Enttäuschung, ewiger Jobsuche oder Flucht in andere Branchen. Sollten Designer:innen ehrlicher auf diese Welt vorbereitet werden? Und vor allem: Wie realistisch ist eigentlich der positive Einfluss von Designer:innen außerhalb von Nonprofit-Projekten?
Speaker:innen stehen noch nicht fest.

Juni 2026, Weltkulturen Museum Frankfurt

409 x WDC Summerschool

Design für, mit, zur Natur. Gestalt Error 409 x Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Öko ist out – so scheint es zumindest angesichts des aktuellen politischen Weltgeschehens. Warum Natur aber wichtig für uns ist und wie man ihr ästhetisch begegnen kann – sowohl praktisch als auch theoretisch – versuchen wir in einer dreitägigen Summerschool zusammen mit der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung zu erkunden. Dafür wird es neben Vorträgen und Führungen in Stadt und Museum zwei Workshop-Stränge geben, die aus praktischer sowie theoretischer Perspektive mit dem, was Natur ist oder sein könnte, arbeiten werden.

11. bis 13. September 2026, Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum, Georg-Voigt Straße 14-16, 60325 Frankfurt am Main

#1 Workshop: Branding für Natur (working title)

#2 Workshop: Wie Zukünfte entwerfen? (working title)
Mit Benjamin Lehn & Sabine Reitmaier

Vorträge am Freitag:
#1 Gemeinsame Führung durch die die Senckenberg-­Sammlung vorraussichtlich unter dem Thema "Geschichte der Naturkunde anhand der Sammlung – Perspektiven von Forscher:innen auf Natur"
#2 Habitate in der Stadt mit Julia Krohmer

Vorträge am Samstag: Rechte der Natur
Speaker:innen stehen noch nicht fest

409 x WDC Kamingespräche: Wege zum Design

An drei Abenden im November und Dezember 2026 wollen wir im Leseraum der basis e. V. mit Menschen aus dem Design über ihren persönlichen Weg zum Design sprechen. Wie sind sie zum Design gekommen, was hat sie auf ihrem Weg geprägt und was fällt ihnen heute auf, wenn sie über die Disziplin und Theorie des Designs nachdenken?

Ende November, Anfang Dezember 2026, Leseraum, basis e.V., Gutleutstraße 8-12, 60329 Frankfurt am Main

409 x Ebblewei Express

In Planung ist eine fahrende Talkshow durch Frankfurt mit jungen Gestalter:innen aus der Region RheinMain.

Ort und Zeit stehen noch nicht fest

BODY OF KNOWLEDGE

"Alle zwei Jahre verleiht die World Design Organization den Titel World Design Capital an eine Stadt oder Region. 2026 wird Frankfurt RheinMain zur internationalen Bühne für Design. Gemeinsam mit der Region realisieren wir wegweisende Projekte und zahlreiche Veranstaltungen, die zeigen, was Design leisten kann – für die Gesellschaft und die Demokratie, für unser Zusammenleben und unseren Alltag.
Im Laufe des Jahres richtet sich unser Programm nach verschiedenen Themenschwerpunkten. Sie greifen Fragen aus dem Alltag auf, geben dem Programm eine lebendige Struktur und machen die unterschiedlichen Facetten von Design erlebbar."
 zitiert nach der WDC
→ Seite der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026

Ein Projekt von Gestalt Error 409 im Rahmen der WDC 2026
→ Unsere Seite bei der WDC ist noch im Aufbau

Über die WDC 2026
zitiert nach → wdc2026.org/de/ueber-wdc-2026 am 31.1.26

Unsere Vision

Die Welt wirkt aus den Fugen geraten: Krisen prägen Umwelt, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Unsere Demokratie ist von extremen Kräften gefährdet. Was gestern noch galt, scheint heute überholt. Viele Menschen empfinden Unsicherheit, Pessimismus und ein Glas, das stets halbleer scheint. Wir setzen diesem Pessimismus mit der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 mit der Vision „Design for Democracy. Atmospheres for a better life“ ein positives, realistisches Narrativ entgegen: Weg von der Krisenstimmung, hin zu Chancen. Es geht darum, sich nicht von Schlagzeilen leiten zu lassen, sondern von klaren Werten. Nicht Angst soll unser Handeln bestimmen, sondern eine klare Haltung. Wir schaffen Räume, die gemeinsam gestaltet werden können und in denen Menschen wirksam werden können –  für eine erlebenswerte Zukunft. WDC will zeigen, was Gestaltung kann: für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt, für Innovationen in der Wirtschaft und für unser Klima.
Aus dieser Haltung heraus verfolgt die World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 vier zentrale Ziele: die Lebensqualität durch Design zu verbessern und Wandel in der Region zu gestalten, die regionale Identität mit internationaler Strahlkraft auszubauen, nachhaltige Innovationen und Zukunftsfähigkeit zu sichern sowie Demokratie durch partizipative Gestaltung lebendig zu machen.


Was verstehen wir unter Design?

Design bedeutet weit mehr als schöne Produkte oder gelungene Formen. Es ist ein Rahmen, der unser Zusammenleben in allen Bereichen des alltäglichen Lebens prägen kann. Design erarbeitet innovative Lösungen für die relevanten Herausforderungen unserer Gegenwart. Ziel ist dabei immer ein nachhaltiger positiver Effekt auf Umwelt, Wirtschaft, Kommunikation, Politik. Designwissenschaft und Praxis basiert auf fundierten Methoden und systematischer Recherche, um zu optimalen, überprüfbaren Ergebnissen zu kommen. Der eigentlichen Produktentwicklung geht eine detaillierte Analyse von Aufgabenstellung, Kontexten und Nutzungsszenarien voraus. In die Entwicklung fließen Erkenntnisse aus den unterschiedlichsten Disziplinen ein – von Ingenieurs- und Materialwissenschaft bis zu den Sozialwissenschaften. Der Entwurfsprozess ist durch Kriterien wie Nachhaltigkeit, Nutzerfreundlichkeit, reduziertem Materialeinsatz und hoher Recyclingfähigkeit etc. geleitet.Die Aufgabe von Designer:innen ist die Konzeption, Entwicklung und Kommunikation innovativer Produkte und Lösungen, die unsere Gesellschaft zukunftsfähig machen. Design gestaltet eine positive Zukunft und ist damit ein Hebel für die notwendige Transformation von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik, stärkt unser soziales Miteinander und macht unsere Werte des Zusammenlebens ästhetisch erlebbar.Entlang der Leitidee Design for Democracy: Atmospheres for a better life zeigt das Zukunftsprogramm der World Design Capital 2026 Frankfurt RheinMain, wie Gestaltung nachhaltige Stadtentwicklung fördert, neue Formen urbanen Wohnens und Arbeitens ermöglicht, Mobilität und Bildung neu denkt, umweltbewusstes Produzieren und Konsumieren unterstützt.

Design als Motor für gesellschaftlichen Wandel

Gleichzeitig befähigt Gestaltung dazu, Veränderungen anzustoßen und handlungsfähig zu werden. Sie stiftet Motivation, wirkt inspirierend und steckt an. Auf diese Weise schafft sie die Grundlage für ein starkes Gemeinschaftsgefühl – und ermöglicht ein demokratisches Zusammenleben. Genau das braucht die Region Frankfurt RheinMain heute besonders.
Die Region Frankfurt RheinMain ist extrem heterogen und polyzentrisch. Sie setzt sich neben der Großstadt FFM auch aus mittelgroßen und kleinen Städten zusammen. Sie ist eines der wichtigsten Wirtschafts- und Finanzzentren in Deutschland und Europa, mit zahlreichen starken Arbeitgebenden, einer Vielzahl von Hochschulen mit unterschiedlichen Schwerpunkten, schönen Landschaften und Erholungsgebieten. Jedoch hat sich die Region bisher noch nicht gefunden: Es gibt kein gemeinsames Narrativ, das all die unterschiedlichen Aspekte eint. Dies ist eine riesige Chance.

Gestaltung schafft Lösungen für Probleme

Die World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 lädt daher dazu ein, eine neue gemeinsame Identität der Region zu schaffen und die zentralen Fragen unserer Zeit gemeinsam anzupacken: Wie können öffentliche Räume echten Mehrwert schaffen? Wie tragen Architektur, Mobilität, Wirtschaft oder Digitalisierung zu mehr Lebensqualität bei? Und welche Rolle spielt Design für eine lebendige Demokratie?
Wir möchten eine Kultur der Zuversicht, des Pragmatismus und der Freude am Handeln fördern. Gemeinsam wollen wir Räume für Ideen öffnen, Verantwortung übernehmen und konkrete Lösungen entwickeln, die lokales Engagement und globale Perspektiven verbinden.

Unsere Kernbotschaften

1. Transformation als Tradition: demokratischer Wandel in Frankfurt RheinMain
Die Region Frankfurt RheinMain hat in gesellschaftlichen wie wirtschaftlichen Krisen immer wieder mit Innovation, Vielfalt und großer Wandlungsfähigkeit überzeugt. Ihr international anerkanntes Erbe reicht von der Paulskirchenbewegung über „Das Neue Frankfurt“ bis zur Mathildenhöhe Darmstadt – Initiativen, die nur durch Zusammenarbeit, Engagement und gemeinschaftliches Handeln möglich waren.
Die Auszeichnung als World Design Capital 2026 verstehen wir nicht als Rückschau, sondern als Auftrag, diese Tradition aktiv fortzuführen.

2. Gestaltung als Hebel für Wandel und Nachhaltigkeit
Gestaltung ist weit mehr als Form – sie ist ein Prozess, der Veränderungen in allen Bereichen unseres Zusammenlebens anstößt. Mobilitäts-, Service-, Kommunikations-, Produkt- und Architekturgestaltung prägen den Alltag und treiben wirtschaftliche Transformation voran. Social Design, politisches Design und Politikgestaltung übersetzen Werte wie demokratischen Zusammenhalt und ökologische Rücksicht in praktische Anwendungen, setzen gesellschaftliche Prozesse in Gang, stärken Verantwortung, Mut, Engagement und Wirksamkeit jedes:r Einzelnen und schaffen Orte, an denen Diskurse stattfinden und Beteiligung möglich ist. Hier und jetzt, in konkreten Räumen und Alltagshandlungen wird Demokratie erlebbar.

3. Gemeinsam gestalten: die Region als Werkstatt für eine erlebenswerte Zukunft und gesellschaftlichen Zusammenhalt
Eine erlebenswerte Zukunft entsteht dort, wo Menschen aktiv mitwirken. In Frankfurt RheinMain entwickeln Bürger:innen, Bildungseinrichtungen, Kultur- und Kreativwirtschaft sowie Unternehmen aller Größen gemeinsam neue Ideen. Mit rund 450 Projekten und bis zu 2.000 Veranstaltungen wird die Region 2026 zu einem lebendigen Experimentierfeld, in dem Verantwortung übernommen, ausprobiert und gemeinsam gestaltet wird – mit Impulsen, die weit über das Jahr hinaus wirken.

Legacy: Was bleibt nach 2026Die Legacy von WDC 2026 basiert auf drei Säulen:
1. Erprobte Praxis: Projekte und Kooperationen, die zeigen, wie Design demokratische Prozesse konkret verbessert
2. Dauerhafte Strukturen: Institutionen, Rollen und Orte, die diese Arbeitsweise über 2026 hinaus tragen
3. Messbare Wirkung: Studien, die sichtbar machen, was sich verändert und was wir daraus lernen

Wie die Legacy wirkt – zwei Bewegungen mit klaren Zielen:
A) Top-down: Design in Verwaltung und Politik verankern – z. B. durch den Design Action Plan 2030, Chief Design Officers, Policy-Experimente und  neue umsetzungsstarke Modelle für Projekte im öffentlichen Raum
B) Bottom-up: Demokratische Gestaltungskompetenz in der gesamten Region stärken – z. B. über den FRM Design Hub, die OPEN – Design Week Frankfurt RheinMain und Weiterbildungsangebote

So tragen diese Maßnahmen zu den Kernzielen der WDC 2026 bei:
A) Lebensqualität verbessern & Wandel gestalten: Durch erprobte Projekte und partizipative Formate werden öffentliche Räume, Services und Alltagserfahrungen konkreter, demokratischer und lebenswerter.
B) Regionale Identität & internationale Strahlkraft: Dauerhafte Strukturen und sichtbare Projekte machen Frankfurt RheinMain zu einem Modellstandort für Design, Innovation und gesellschaftliche Zusammenarbeit.
C) Nachhaltige Innovation & Zukunftsfähigkeit: Die Kombination aus top-down- und bottom-up-Maßnahmen etabliert Netzwerke, Kompetenzzentren und Lernformate, die Innovation, Klimaschutz und demokratische Teilhabe langfristig sichern.

Kurz: WDC 2026 hinterlässt eine Region, die Demokratie aktiv gestaltet – mit den Tools, der Kultur und den Kompetenzen, um Teilhabe spürbar und wirksam zu machen – weit über 2026 hinaus.