Summerschool Design für, mit, zur Natur.

Gestalt Error 409 x Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
11. bis 13. September 2026
Öko ist out – so scheint es zumindest angesichts des aktuellen politischen Weltgeschehens. Warum Natur aber wichtig für uns ist und wie man ihr ästhetisch begegnen kann – sowohl praktisch als auch theoretisch –, versuchen wir in einer dreitägigen Summerschool zusammen mit der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung zu erkunden. Dafür wird es neben Vorträgen und Führungen in Stadt und Museum zwei Workshop-Stränge geben, die aus verschiedenen Perspektiven mit dem, was Natur ist oder sein könnte, arbeiten werden.
Letzte Aktualisierung dieser Seite 26.7.
Auf dieser Seite findest du
1. detaillierte Informationen zu den Workshops,
2. zum Rahmenprogramm der Summerschool und
3. die Links zur Anmeldung.
Zur Anmeldung für die Workshops
Summerschool: Design für, mit, zur Natur.
Gestalt Error 409 x Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
11. bis 13. September 2026
Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum, Georg-Voigt Straße 14-16, 60325 Frankfurt am Main
Eine Veranstaltung im Rahmen der WDC2026
Workshop 1
Visions of Nature: ein Design Futuring Workshop
→ Link zur Anmeldung
Freie Plätze 20/20
Verpflegungspauschale 30€
Workshop 2
Back to Nature: Neue Symbole gestalten
Freie Plätze 15/15
Verpflegungspauschale 30€
# Workshop 1
Visions of Nature: a Design Futuring Workshop
Was meinen wir eigentlich, wenn wir für, mit und zur „Natur" gestalten? Natur zu definieren ist ein schwieriges, sich ständig wandelndes Unterfangen. Was wäre, wenn unsere Beziehung zur Natur der Ausgangspunkt wäre, um gemeinsam Zukünfte zu entwerfen? Der Workshop vermittelt praktische Kompetenzen im Umgang mit Zukünften und nimmt unterschiedliche Mensch-Natur-Beziehungen als gestalterischen Ausgangspunkt. Er lädt dazu ein, zuerst einen Schritt zurückzutreten und die tieferen Annahmen zu erforschen, die prägen, wie wir die Welt um uns herum wahrnehmen, gestalten, planen und bewohnen. Durch Rollenspiele, Debatten und kollektives Entwerfen erkunden die Teilnehmenden verschiedene Mensch-Natur-Verhältnisse und übersetzen diese dann anschließend in konkrete Bilder möglicher Zukünfte.
Eingeladen sind alle, die neugierig auf Zukunftsmethoden sind, die angesichts der Zukunft eher ratlos sind und neue Perspektiven erforschen wollen, oder die einfach Lust auf Austausch haben. Der Workshop steht allen offen, unabhängig von Vorkenntnissen oder Fähigkeiten – ganz gleich, ob Designer:in, Biolog:in oder aus einem ganz anderen Bereich.
Über die Speaker:innen:
Benjamin Lehn
Benjamin Lehn studierte Industriedesign an der TU Eindhoven und Zukunftsforschung an der Freien Universität Berlin. Mit seinem Hintergrund im strategischen Design unterstützt er Organisationen dabei, transformativen Wandel zu bewältigen – von Smart-Home-Technologie bis hin zur örentlichen Infrastruktur. Zusammen mit Sabine Reitmaier gründete er otherwise studio.
→ LinkedIn
→ ResearchGate
→ otherwise studio
Sabine Reitmaier
Sabine Reitmaier blickt auf mehr als 20 Jahre Erfahrung in den Bereichen Design, Beratung, Forschung und Kunst zurück. Sie hat Abschlüsse in Design an der HfG Ofenbach und in Zukunftsforschung an der Freien Universität Berlin und hat sich mit Robotik, Mobilität und den Beziehungen zwischen Mensch und Natur beschäftigt. Zusammen mit Benjamin Lehn gründete sie otherwise studio.
→ LinkedIn
→ Persönliche Website
→ otherwise studio
→ Instagram
Einblick in den Ablauf
Freitag ab 14 Uhr: Rahmenprogramm der Summerschool im Senckenbergmuseum und Führung zu Stadtbiotopen + gemeinsames Abendessen
Samstag ab 10 Uhr: Einführung in die Theorien der Zukunftsforschung, Diskussion unseres Verhältnisses zur Natur im Rahmen von Kleingruppen verbal und durch anfassbare Experimente + offene Abendveranstaltung mit Vortrag zum Thema Rechter der Natur
Sonntag 10 - 15:30 Uhr: Entwicklung von politischen Vorschlägen, Dokumentation der Ergebnisse + gemeinsamer Abschluss der Summerschool
Anmeldung für den Workshop
Freie Plätze 20/20
Verpflegungspauschale 30€
# Workshop 2
Back to Nature: Neue Symbole gestalten
Wir denken Naturschutz meist rational – Klimakrise, Landwirtschaft – oder als romantischen Fluchtpunkt aus dem Alltag. Beides lässt außer Acht, dass wir selbst Natur sind – und sie mitten in unserem Alltag existiert. Genau dort setzt der Workshop an: Eine Wahrnehmungserfahrung der Natur im Außen und im Innen über Meditation, Atem und intuitive Gestaltungsmethoden entwickeln die Teilnehmenden ein eigenes Symbol – begleitet von Gesprächen und Impulsen, die den Prozess stützen.
Am zweiten Tag treffen sich die individuellen Symbole in der Gruppe – aus persönlicher Erfahrung wird geteilte Bedeutung. Das entstandene Symbol wirkt als Anker, der uns – im Stress, im Konsum, im Alltäglichen – zurück in die Verbindung von innerer und äußerer Natur holt.
Der Workshop steht allen offen, die unter “Verkopfung” leiden, Designer:innen auf der Suche nach neuer Gestaltungspraxis und neugierigen Nicht-Designer:innen – hier kommen alle ins Machen unabhängig von Fähigkeiten und Vorkenntnissen.
Über die Workshopleiterinnen:
Annemarie Keizers
Annemarie Keizers ist Designerin, Creative Director und Unternehmerin mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in Design, Markenentwicklung und Creative Direction. Nach ihrem Modedesign-Studium an der ArtEZ University of the Arts Arnhem arbeitete sie für Vivienne Westwood und über ein Jahrzehnt bei FOND OF, wo sie als Head of Design & Creative Direction die Marke pinqponq aufbaute. Seit 2023 entwickelt sie mit Seelchen.World ein transdisziplinäres Designprojekt zu Objekten, Orten und Ritualen für ein bewusstes Zusammenleben.
→ LinkedIn
→ Instagram
Eva Lynn Haberl
Eva Lynn Haberl ist Creative Director und Designerin für Sportswear und konzeptionelle Designlösungen, mit Fokus auf Markenstrategien und Nachhaltigkeit in Design-, Farb- und Materialkonzepten. Nach ihrem Modedesign-Diplom an der KHB Weißensee arbeitete sie u.a. für Adidas Originals und pinqponq und leitete ein Innovation Design Lab für interdisziplinäre Projekte. Heute verbindet sie mit LYN – Live Your Nature Kreativität mit Coaching und Yoga; zusammen mit Annemarie Keizers entwickelte sie das Lehrprogramm Epona.
→ LinkedIn
→ 50:70 Studio für Yoga & Pilates
→ Instagram
Einblick in den Ablauf
Freitag ab 14 Uhr: Rahmenprogramm der Summerschool im Senckenbergmuseum und Führung zu Stadtbiotopen + gemeinsames Abendessen
Samstag ab 10 Uhr: Meditation über die äußere & innere Natur mit unterschiedlichen Materialien & Techniken. Anschließende individuelle Gestaltung von Symbolen + offene Abendveranstaltung mit Vortrag zum Thema Rechter der Natur
Sonntag 10 - 15:30 Uhr: Ankommen, Symbolgestaltung abschließen und Gruppendiskussion + gemeinsamer Abschluss der Summerschool
Anmeldung für den Workshop
Freie Plätze 15/15
Verpflegungspauschale 30€
Rahmenprogramm der dreitägigen Summerschool
Drei Tage, ein Ort, ganz viel Natur – drinnen wie draußen. Vor, zwischen und nach den Workshops gibt es bei unserer Summerschool ein Programm, das Raum zum Lernen, Genießen und Austauschen lässt: Führungen durch Museum und Stadt, gemeinsames Essen, ein offener Abendvortrag und am Ende eine kleine Ausstellung all dessen, was in den drei Tagen entstanden ist. Hier der Ablauf im Überblick:
Freitag, 11. September
14:00 Uhr Zusammenkommen
14:30 Uhr Führung „Verschiedene Naturbegriffe im Lauf der Zeit" im Senckenberg Museum
16:00 Uhr Erkundung Frankfurter Stadtbiotope mit Julia Krohmer aus dem Senckenberg Institut
18:00 Uhr Gemeinsames Essen & Kennenlernen
Samstag, 12. September
10:00–13:00 Uhr Workshops (parallel)
13:00–14:00 Uhr Mittagessen inkl. Performance von imm records
14:00–18:00 Uhr Workshops (parallel)
19:00–21:00 Uhr Offener Abendvortrag zum Thema Rechte der Natur, mit moderierter Diskussion durchs Senckenberg mit Drinks & Snacks
Sonntag, 13. September
10:00–13:00 Uhr Workshops (parallel)
13:00–13:30 Uhr Mittagessen
13:30–14:30 Uhr Ausstellungsaufbau & digitale Dokumentation
14:30–15:15 Uhr Interne Ausstellung & Ausklang
Hinweise bzw. FAQ
Was ist in der Verpflegungspauschale enthalten?
Da die Verpflegungskosten nicht über Fördermittel abgedeckt werden dürfen, wird dafür ein Beitrag von 30€ pro Person erhoben. Darin enthalten sind Snacks, Tee & Kaffee an allen drei Tagen (Freitag, Samstag, Sonntag) sowie das Mittagessen am Samstag und Sonntag. Das Abendessen am Freitag ist nicht inkludiert, das Abendessen am Samstag voraussichtlich schon. Sollten am Ende nicht alle Mittel verbraucht sein, spenden wir den Rest an den NABU.
Soll ich alle drei Tage kommen?
Die Summerschool ist als dreitägiges Programm konzipiert, bei dem die einzelnen Programmpunkte aufeinander aufbauen. Wir bitten dich daher, an allen drei Tagen vollständig dabei zu sein, damit alle gemeinsam den vollen Bogen der Summerschool erleben können.
Bis wann kann ich mich anmelden?
Anmeldeschluss: 9. September 2026, oder wenn die Plätze vergeben sind.
Wie melde ich mich an?
Nach dem Absenden des Anmeldeformulars bekommst du eine Kopie deiner Antworten per E-Mail zugeschickt. Bitte überweise den Verpflegungsbeitrag von 30€ an die angegebene IBAN – gib dabei deinen Namen als Verwendungszweck an, damit wir die Zahlung zuordnen können. Sobald die Überweisung bei uns eingegangen ist, bestätigen wir dir deinen Platz so schnell wie möglich.
→ Link zur Anmeldung "Visions of Nature: ein Design Futuring Workshop"
→ Link zur Anmeldung "Back to Nature: Neue Symbole gestalten"
Kann ich auch an beiden Workshops teilnehmen?
Nein, die Summerschool findet in zwei parallelen Workshop-Strängen statt – „Visions of Nature: ein Design Futuring Workshop" (20 Plätze) und „Neue Symbole für die Rückverbindung von Mensch und Natur" (15 Plätze).
Wie und bis wann kann ich absagen?
Falls du doch nicht teilnehmen kannst, sag uns bitte spätestens 7 Tage vor Beginn der Summerschool Bescheid an kontakt@gestalt-error-409.de – dann erstatten wir dir deinen Verpflegungsbeitrag selbstverständlich zurück. Bei kurzfristigeren, spontanen Absagen spenden wir den Betrag stattdessen an den NABU.
BODY OF KNOWLEDGE
Die Summerschool ist unsere dritte Veranstaltung im Rahmen der WDC 2026.
→ Hier ist unser vollständiges Veranstaltungsprogramm
→ Hier ist das Transkript unseres Diskussionsabends zum Thema "Design Thinking" im Rahmen der WDC 2026
Über die WDC 2026
zitiert nach → wdc2026.org/de/ueber-wdc-2026 am 31.1.26
"Alle zwei Jahre verleiht die World Design Organization den Titel World Design Capital an eine Stadt oder Region. 2026 wird Frankfurt RheinMain zur internationalen Bühne für Design. Gemeinsam mit der Region realisieren wir wegweisende Projekte und zahlreiche Veranstaltungen, die zeigen, was Design leisten kann – für die Gesellschaft und die Demokratie, für unser Zusammenleben und unseren Alltag.
Im Laufe des Jahres richtet sich unser Programm nach verschiedenen Themenschwerpunkten. Sie greifen Fragen aus dem Alltag auf, geben dem Programm eine lebendige Struktur und machen die unterschiedlichen Facetten von Design erlebbar."
zitiert nach der WDC → Seite der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026
Ein Projekt von Gestalt Error 409 im Rahmen der WDC 2026
→ Unsere Seite bei der WDC ist noch im Aufbau
Unsere Vision
Die Welt wirkt aus den Fugen geraten: Krisen prägen Umwelt, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Unsere Demokratie ist von extremen Kräften gefährdet. Was gestern noch galt, scheint heute überholt. Viele Menschen empfinden Unsicherheit, Pessimismus und ein Glas, das stets halbleer scheint. Wir setzen diesem Pessimismus mit der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 mit der Vision „Design for Democracy. Atmospheres for a better life“ ein positives, realistisches Narrativ entgegen: Weg von der Krisenstimmung, hin zu Chancen. Es geht darum, sich nicht von Schlagzeilen leiten zu lassen, sondern von klaren Werten. Nicht Angst soll unser Handeln bestimmen, sondern eine klare Haltung. Wir schaffen Räume, die gemeinsam gestaltet werden können und in denen Menschen wirksam werden können – für eine erlebenswerte Zukunft. WDC will zeigen, was Gestaltung kann: für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt, für Innovationen in der Wirtschaft und für unser Klima.
Aus dieser Haltung heraus verfolgt die World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 vier zentrale Ziele: die Lebensqualität durch Design zu verbessern und Wandel in der Region zu gestalten, die regionale Identität mit internationaler Strahlkraft auszubauen, nachhaltige Innovationen und Zukunftsfähigkeit zu sichern sowie Demokratie durch partizipative Gestaltung lebendig zu machen.
Was verstehen wir unter Design?
Design bedeutet weit mehr als schöne Produkte oder gelungene Formen. Es ist ein Rahmen, der unser Zusammenleben in allen Bereichen des alltäglichen Lebens prägen kann. Design erarbeitet innovative Lösungen für die relevanten Herausforderungen unserer Gegenwart. Ziel ist dabei immer ein nachhaltiger positiver Effekt auf Umwelt, Wirtschaft, Kommunikation, Politik. Designwissenschaft und Praxis basiert auf fundierten Methoden und systematischer Recherche, um zu optimalen, überprüfbaren Ergebnissen zu kommen. Der eigentlichen Produktentwicklung geht eine detaillierte Analyse von Aufgabenstellung, Kontexten und Nutzungsszenarien voraus. In die Entwicklung fließen Erkenntnisse aus den unterschiedlichsten Disziplinen ein – von Ingenieurs- und Materialwissenschaft bis zu den Sozialwissenschaften. Der Entwurfsprozess ist durch Kriterien wie Nachhaltigkeit, Nutzerfreundlichkeit, reduziertem Materialeinsatz und hoher Recyclingfähigkeit etc. geleitet.Die Aufgabe von Designer:innen ist die Konzeption, Entwicklung und Kommunikation innovativer Produkte und Lösungen, die unsere Gesellschaft zukunftsfähig machen. Design gestaltet eine positive Zukunft und ist damit ein Hebel für die notwendige Transformation von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik, stärkt unser soziales Miteinander und macht unsere Werte des Zusammenlebens ästhetisch erlebbar.Entlang der Leitidee Design for Democracy: Atmospheres for a better life zeigt das Zukunftsprogramm der World Design Capital 2026 Frankfurt RheinMain, wie Gestaltung nachhaltige Stadtentwicklung fördert, neue Formen urbanen Wohnens und Arbeitens ermöglicht, Mobilität und Bildung neu denkt, umweltbewusstes Produzieren und Konsumieren unterstützt.
Design als Motor für gesellschaftlichen Wandel
Gleichzeitig befähigt Gestaltung dazu, Veränderungen anzustoßen und handlungsfähig zu werden. Sie stiftet Motivation, wirkt inspirierend und steckt an. Auf diese Weise schafft sie die Grundlage für ein starkes Gemeinschaftsgefühl – und ermöglicht ein demokratisches Zusammenleben. Genau das braucht die Region Frankfurt RheinMain heute besonders.
Die Region Frankfurt RheinMain ist extrem heterogen und polyzentrisch. Sie setzt sich neben der Großstadt FFM auch aus mittelgroßen und kleinen Städten zusammen. Sie ist eines der wichtigsten Wirtschafts- und Finanzzentren in Deutschland und Europa, mit zahlreichen starken Arbeitgebenden, einer Vielzahl von Hochschulen mit unterschiedlichen Schwerpunkten, schönen Landschaften und Erholungsgebieten. Jedoch hat sich die Region bisher noch nicht gefunden: Es gibt kein gemeinsames Narrativ, das all die unterschiedlichen Aspekte eint. Dies ist eine riesige Chance.
Gestaltung schafft Lösungen für Probleme
Die World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 lädt daher dazu ein, eine neue gemeinsame Identität der Region zu schaffen und die zentralen Fragen unserer Zeit gemeinsam anzupacken: Wie können öffentliche Räume echten Mehrwert schaffen? Wie tragen Architektur, Mobilität, Wirtschaft oder Digitalisierung zu mehr Lebensqualität bei? Und welche Rolle spielt Design für eine lebendige Demokratie?
Wir möchten eine Kultur der Zuversicht, des Pragmatismus und der Freude am Handeln fördern. Gemeinsam wollen wir Räume für Ideen öffnen, Verantwortung übernehmen und konkrete Lösungen entwickeln, die lokales Engagement und globale Perspektiven verbinden.
Unsere Kernbotschaften
1. Transformation als Tradition: demokratischer Wandel in Frankfurt RheinMain
Die Region Frankfurt RheinMain hat in gesellschaftlichen wie wirtschaftlichen Krisen immer wieder mit Innovation, Vielfalt und großer Wandlungsfähigkeit überzeugt. Ihr international anerkanntes Erbe reicht von der Paulskirchenbewegung über „Das Neue Frankfurt“ bis zur Mathildenhöhe Darmstadt – Initiativen, die nur durch Zusammenarbeit, Engagement und gemeinschaftliches Handeln möglich waren.
Die Auszeichnung als World Design Capital 2026 verstehen wir nicht als Rückschau, sondern als Auftrag, diese Tradition aktiv fortzuführen.
2. Gestaltung als Hebel für Wandel und Nachhaltigkeit
Gestaltung ist weit mehr als Form – sie ist ein Prozess, der Veränderungen in allen Bereichen unseres Zusammenlebens anstößt. Mobilitäts-, Service-, Kommunikations-, Produkt- und Architekturgestaltung prägen den Alltag und treiben wirtschaftliche Transformation voran. Social Design, politisches Design und Politikgestaltung übersetzen Werte wie demokratischen Zusammenhalt und ökologische Rücksicht in praktische Anwendungen, setzen gesellschaftliche Prozesse in Gang, stärken Verantwortung, Mut, Engagement und Wirksamkeit jedes:r Einzelnen und schaffen Orte, an denen Diskurse stattfinden und Beteiligung möglich ist. Hier und jetzt, in konkreten Räumen und Alltagshandlungen wird Demokratie erlebbar.
3. Gemeinsam gestalten: die Region als Werkstatt für eine erlebenswerte Zukunft und gesellschaftlichen Zusammenhalt
Eine erlebenswerte Zukunft entsteht dort, wo Menschen aktiv mitwirken. In Frankfurt RheinMain entwickeln Bürger:innen, Bildungseinrichtungen, Kultur- und Kreativwirtschaft sowie Unternehmen aller Größen gemeinsam neue Ideen. Mit rund 450 Projekten und bis zu 2.000 Veranstaltungen wird die Region 2026 zu einem lebendigen Experimentierfeld, in dem Verantwortung übernommen, ausprobiert und gemeinsam gestaltet wird – mit Impulsen, die weit über das Jahr hinaus wirken.
Legacy: Was bleibt nach 2026Die Legacy von WDC 2026 basiert auf drei Säulen:
1. Erprobte Praxis: Projekte und Kooperationen, die zeigen, wie Design demokratische Prozesse konkret verbessert
2. Dauerhafte Strukturen: Institutionen, Rollen und Orte, die diese Arbeitsweise über 2026 hinaus tragen
3. Messbare Wirkung: Studien, die sichtbar machen, was sich verändert und was wir daraus lernen
Wie die Legacy wirkt – zwei Bewegungen mit klaren Zielen:
A) Top-down: Design in Verwaltung und Politik verankern – z. B. durch den Design Action Plan 2030, Chief Design Officers, Policy-Experimente und neue umsetzungsstarke Modelle für Projekte im öffentlichen Raum
B) Bottom-up: Demokratische Gestaltungskompetenz in der gesamten Region stärken – z. B. über den FRM Design Hub, die OPEN – Design Week Frankfurt RheinMain und Weiterbildungsangebote
So tragen diese Maßnahmen zu den Kernzielen der WDC 2026 bei:
A) Lebensqualität verbessern & Wandel gestalten: Durch erprobte Projekte und partizipative Formate werden öffentliche Räume, Services und Alltagserfahrungen konkreter, demokratischer und lebenswerter.
B) Regionale Identität & internationale Strahlkraft: Dauerhafte Strukturen und sichtbare Projekte machen Frankfurt RheinMain zu einem Modellstandort für Design, Innovation und gesellschaftliche Zusammenarbeit.
C) Nachhaltige Innovation & Zukunftsfähigkeit: Die Kombination aus top-down- und bottom-up-Maßnahmen etabliert Netzwerke, Kompetenzzentren und Lernformate, die Innovation, Klimaschutz und demokratische Teilhabe langfristig sichern.
Kurz: WDC 2026 hinterlässt eine Region, die Demokratie aktiv gestaltet – mit den Tools, der Kultur und den Kompetenzen, um Teilhabe spürbar und wirksam zu machen – weit über 2026 hinaus.

Summerschool Design für, mit, zur Natur.
Gestalt Error 409 x Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
11. bis 13. September 2026
Öko ist out – so scheint es zumindest angesichts des aktuellen politischen Weltgeschehens. Warum Natur aber wichtig für uns ist und wie man ihr ästhetisch begegnen kann – sowohl praktisch als auch theoretisch –, versuchen wir in einer dreitägigen Summerschool zusammen mit der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung zu erkunden. Dafür wird es neben Vorträgen und Führungen in Stadt und Museum zwei Workshop-Stränge geben, die aus verschiedenen Perspektiven mit dem, was Natur ist oder sein könnte, arbeiten werden.
Letzte Aktualisierung dieser Seite 26.7.
Auf dieser Seite findest du
1. detaillierte Informationen zu den Workshops,
2. zum Rahmenprogramm der Summerschool und
3. die Links zur Anmeldung.
Zur Anmeldung für die Workshops
Summerschool: Design für, mit, zur Natur.
Gestalt Error 409 x Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
11. bis 13. September 2026
Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum, Georg-Voigt Straße 14-16, 60325 Frankfurt am Main
Eine Veranstaltung im Rahmen der WDC2026
Workshop 1
Visions of Nature: ein Design Futuring Workshop
→ Link zur Anmeldung
Freie Plätze 20/20
Verpflegungspauschale 30€
Workshop 2
Back to Nature: Neue Symbole gestalten
Freie Plätze 15/15
Verpflegungspauschale 30€
# Workshop 1
Visions of Nature: a Design Futuring Workshop
Was meinen wir eigentlich, wenn wir für, mit und zur „Natur" gestalten? Natur zu definieren ist ein schwieriges, sich ständig wandelndes Unterfangen. Was wäre, wenn unsere Beziehung zur Natur der Ausgangspunkt wäre, um gemeinsam Zukünfte zu entwerfen? Der Workshop vermittelt praktische Kompetenzen im Umgang mit Zukünften und nimmt unterschiedliche Mensch-Natur-Beziehungen als gestalterischen Ausgangspunkt. Er lädt dazu ein, zuerst einen Schritt zurückzutreten und die tieferen Annahmen zu erforschen, die prägen, wie wir die Welt um uns herum wahrnehmen, gestalten, planen und bewohnen. Durch Rollenspiele, Debatten und kollektives Entwerfen erkunden die Teilnehmenden verschiedene Mensch-Natur-Verhältnisse und übersetzen diese dann anschließend in konkrete Bilder möglicher Zukünfte.
Eingeladen sind alle, die neugierig auf Zukunftsmethoden sind, die angesichts der Zukunft eher ratlos sind und neue Perspektiven erforschen wollen, oder die einfach Lust auf Austausch haben. Der Workshop steht allen offen, unabhängig von Vorkenntnissen oder Fähigkeiten – ganz gleich, ob Designer:in, Biolog:in oder aus einem ganz anderen Bereich.
Über die Speaker:innen:
Benjamin Lehn
Benjamin Lehn studierte Industriedesign an der TU Eindhoven und Zukunftsforschung an der Freien Universität Berlin. Mit seinem Hintergrund im strategischen Design unterstützt er Organisationen dabei, transformativen Wandel zu bewältigen – von Smart-Home-Technologie bis hin zur örentlichen Infrastruktur. Zusammen mit Sabine Reitmaier gründete er otherwise studio.
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→ ResearchGate
→ otherwise studio
Sabine Reitmaier
Sabine Reitmaier blickt auf mehr als 20 Jahre Erfahrung in den Bereichen Design, Beratung, Forschung und Kunst zurück. Sie hat Abschlüsse in Design an der HfG Ofenbach und in Zukunftsforschung an der Freien Universität Berlin und hat sich mit Robotik, Mobilität und den Beziehungen zwischen Mensch und Natur beschäftigt. Zusammen mit Benjamin Lehn gründete sie otherwise studio.
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→ Persönliche Website
→ otherwise studio
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Einblick in den Ablauf
Freitag ab 14 Uhr: Rahmenprogramm der Summerschool im Senckenbergmuseum und Führung zu Stadtbiotopen + gemeinsames Abendessen
Samstag ab 10 Uhr: Einführung in die Theorien der Zukunftsforschung, Diskussion unseres Verhältnisses zur Natur im Rahmen von Kleingruppen verbal und durch anfassbare Experimente + offene Abendveranstaltung mit Vortrag zum Thema Rechter der Natur
Sonntag 10 - 15:30 Uhr: Entwicklung von politischen Vorschlägen, Dokumentation der Ergebnisse + gemeinsamer Abschluss der Summerschool
Anmeldung für den Workshop
Freie Plätze 20/20
Verpflegungspauschale 30€
# Workshop 2
Back to Nature: Neue Symbole gestalten
Wir denken Naturschutz meist rational – Klimakrise, Landwirtschaft – oder als romantischen Fluchtpunkt aus dem Alltag. Beides lässt außer Acht, dass wir selbst Natur sind – und sie mitten in unserem Alltag existiert. Genau dort setzt der Workshop an: Eine Wahrnehmungserfahrung der Natur im Außen und im Innen über Meditation, Atem und intuitive Gestaltungsmethoden entwickeln die Teilnehmenden ein eigenes Symbol – begleitet von Gesprächen und Impulsen, die den Prozess stützen.
Am zweiten Tag treffen sich die individuellen Symbole in der Gruppe – aus persönlicher Erfahrung wird geteilte Bedeutung. Das entstandene Symbol wirkt als Anker, der uns – im Stress, im Konsum, im Alltäglichen – zurück in die Verbindung von innerer und äußerer Natur holt.
Der Workshop steht allen offen, die unter “Verkopfung” leiden, Designer:innen auf der Suche nach neuer Gestaltungspraxis und neugierigen Nicht-Designer:innen – hier kommen alle ins Machen unabhängig von Fähigkeiten und Vorkenntnissen.
Über die Workshopleiterinnen:
Annemarie Keizers
Annemarie Keizers ist Designerin, Creative Director und Unternehmerin mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in Design, Markenentwicklung und Creative Direction. Nach ihrem Modedesign-Studium an der ArtEZ University of the Arts Arnhem arbeitete sie für Vivienne Westwood und über ein Jahrzehnt bei FOND OF, wo sie als Head of Design & Creative Direction die Marke pinqponq aufbaute. Seit 2023 entwickelt sie mit Seelchen.World ein transdisziplinäres Designprojekt zu Objekten, Orten und Ritualen für ein bewusstes Zusammenleben.
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Eva Lynn Haberl
Eva Lynn Haberl ist Creative Director und Designerin für Sportswear und konzeptionelle Designlösungen, mit Fokus auf Markenstrategien und Nachhaltigkeit in Design-, Farb- und Materialkonzepten. Nach ihrem Modedesign-Diplom an der KHB Weißensee arbeitete sie u.a. für Adidas Originals und pinqponq und leitete ein Innovation Design Lab für interdisziplinäre Projekte. Heute verbindet sie mit LYN – Live Your Nature Kreativität mit Coaching und Yoga; zusammen mit Annemarie Keizers entwickelte sie das Lehrprogramm Epona.
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→ 50:70 Studio für Yoga & Pilates
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Einblick in den Ablauf
Freitag ab 14 Uhr: Rahmenprogramm der Summerschool im Senckenbergmuseum und Führung zu Stadtbiotopen + gemeinsames Abendessen
Samstag ab 10 Uhr: Meditation über die äußere & innere Natur mit unterschiedlichen Materialien & Techniken. Anschließende individuelle Gestaltung von Symbolen + offene Abendveranstaltung mit Vortrag zum Thema Rechter der Natur
Sonntag 10 - 15:30 Uhr: Ankommen, Symbolgestaltung abschließen und Gruppendiskussion + gemeinsamer Abschluss der Summerschool
Anmeldung für den Workshop
Freie Plätze 15/15
Verpflegungspauschale 30€
Rahmenprogramm der dreitägigen Summerschool
Drei Tage, ein Ort, ganz viel Natur – drinnen wie draußen. Vor, zwischen und nach den Workshops gibt es bei unserer Summerschool ein Programm, das Raum zum Lernen, Genießen und Austauschen lässt: Führungen durch Museum und Stadt, gemeinsames Essen, ein offener Abendvortrag und am Ende eine kleine Ausstellung all dessen, was in den drei Tagen entstanden ist. Hier der Ablauf im Überblick:
Freitag, 11. September
14:00 Uhr Zusammenkommen
14:30 Uhr Führung „Verschiedene Naturbegriffe im Lauf der Zeit" im Senckenberg Museum
16:00 Uhr Erkundung Frankfurter Stadtbiotope mit Julia Krohmer aus dem Senckenberg Institut
18:00 Uhr Gemeinsames Essen & Kennenlernen
Samstag, 12. September
10:00–13:00 Uhr Workshops (parallel)
13:00–14:00 Uhr Mittagessen inkl. Performance von imm records
14:00–18:00 Uhr Workshops (parallel)
19:00–21:00 Uhr Offener Abendvortrag zum Thema Rechte der Natur, mit moderierter Diskussion durchs Senckenberg mit Drinks & Snacks
Sonntag, 13. September
10:00–13:00 Uhr Workshops (parallel)
13:00–13:30 Uhr Mittagessen
13:30–14:30 Uhr Ausstellungsaufbau & digitale Dokumentation
14:30–15:15 Uhr Interne Ausstellung & Ausklang
Hinweise bzw. FAQ
Was ist in der Verpflegungspauschale enthalten?
Da die Verpflegungskosten nicht über Fördermittel abgedeckt werden dürfen, wird dafür ein Beitrag von 30€ pro Person erhoben. Darin enthalten sind Snacks, Tee & Kaffee an allen drei Tagen (Freitag, Samstag, Sonntag) sowie das Mittagessen am Samstag und Sonntag. Das Abendessen am Freitag ist nicht inkludiert, das Abendessen am Samstag voraussichtlich schon. Sollten am Ende nicht alle Mittel verbraucht sein, spenden wir den Rest an den NABU.
Soll ich alle drei Tage kommen?
Die Summerschool ist als dreitägiges Programm konzipiert, bei dem die einzelnen Programmpunkte aufeinander aufbauen. Wir bitten dich daher, an allen drei Tagen vollständig dabei zu sein, damit alle gemeinsam den vollen Bogen der Summerschool erleben können.
Bis wann kann ich mich anmelden?
Anmeldeschluss: 9. September 2026, oder wenn die Plätze vergeben sind.
Wie melde ich mich an?
Nach dem Absenden des Anmeldeformulars bekommst du eine Kopie deiner Antworten per E-Mail zugeschickt. Bitte überweise den Verpflegungsbeitrag von 30€ an die angegebene IBAN – gib dabei deinen Namen als Verwendungszweck an, damit wir die Zahlung zuordnen können. Sobald die Überweisung bei uns eingegangen ist, bestätigen wir dir deinen Platz so schnell wie möglich.
→ Link zur Anmeldung "Visions of Nature: ein Design Futuring Workshop"
→ Link zur Anmeldung "Back to Nature: Neue Symbole gestalten"
Kann ich auch an beiden Workshops teilnehmen?
Nein, die Summerschool findet in zwei parallelen Workshop-Strängen statt – „Visions of Nature: ein Design Futuring Workshop" (20 Plätze) und „Neue Symbole für die Rückverbindung von Mensch und Natur" (15 Plätze).
Wie und bis wann kann ich absagen?
Falls du doch nicht teilnehmen kannst, sag uns bitte spätestens 7 Tage vor Beginn der Summerschool Bescheid an kontakt@gestalt-error-409.de – dann erstatten wir dir deinen Verpflegungsbeitrag selbstverständlich zurück. Bei kurzfristigeren, spontanen Absagen spenden wir den Betrag stattdessen an den NABU.
BODY OF KNOWLEDGE
Die Summerschool ist unsere dritte Veranstaltung im Rahmen der WDC 2026.
→ Hier ist unser vollständiges Veranstaltungsprogramm
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Über die WDC 2026
zitiert nach → wdc2026.org/de/ueber-wdc-2026 am 31.1.26
"Alle zwei Jahre verleiht die World Design Organization den Titel World Design Capital an eine Stadt oder Region. 2026 wird Frankfurt RheinMain zur internationalen Bühne für Design. Gemeinsam mit der Region realisieren wir wegweisende Projekte und zahlreiche Veranstaltungen, die zeigen, was Design leisten kann – für die Gesellschaft und die Demokratie, für unser Zusammenleben und unseren Alltag.
Im Laufe des Jahres richtet sich unser Programm nach verschiedenen Themenschwerpunkten. Sie greifen Fragen aus dem Alltag auf, geben dem Programm eine lebendige Struktur und machen die unterschiedlichen Facetten von Design erlebbar."
zitiert nach der WDC → Seite der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026
Ein Projekt von Gestalt Error 409 im Rahmen der WDC 2026
→ Unsere Seite bei der WDC ist noch im Aufbau
Unsere Vision
Die Welt wirkt aus den Fugen geraten: Krisen prägen Umwelt, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Unsere Demokratie ist von extremen Kräften gefährdet. Was gestern noch galt, scheint heute überholt. Viele Menschen empfinden Unsicherheit, Pessimismus und ein Glas, das stets halbleer scheint. Wir setzen diesem Pessimismus mit der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 mit der Vision „Design for Democracy. Atmospheres for a better life“ ein positives, realistisches Narrativ entgegen: Weg von der Krisenstimmung, hin zu Chancen. Es geht darum, sich nicht von Schlagzeilen leiten zu lassen, sondern von klaren Werten. Nicht Angst soll unser Handeln bestimmen, sondern eine klare Haltung. Wir schaffen Räume, die gemeinsam gestaltet werden können und in denen Menschen wirksam werden können – für eine erlebenswerte Zukunft. WDC will zeigen, was Gestaltung kann: für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt, für Innovationen in der Wirtschaft und für unser Klima.
Aus dieser Haltung heraus verfolgt die World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 vier zentrale Ziele: die Lebensqualität durch Design zu verbessern und Wandel in der Region zu gestalten, die regionale Identität mit internationaler Strahlkraft auszubauen, nachhaltige Innovationen und Zukunftsfähigkeit zu sichern sowie Demokratie durch partizipative Gestaltung lebendig zu machen.
Was verstehen wir unter Design?
Design bedeutet weit mehr als schöne Produkte oder gelungene Formen. Es ist ein Rahmen, der unser Zusammenleben in allen Bereichen des alltäglichen Lebens prägen kann. Design erarbeitet innovative Lösungen für die relevanten Herausforderungen unserer Gegenwart. Ziel ist dabei immer ein nachhaltiger positiver Effekt auf Umwelt, Wirtschaft, Kommunikation, Politik. Designwissenschaft und Praxis basiert auf fundierten Methoden und systematischer Recherche, um zu optimalen, überprüfbaren Ergebnissen zu kommen. Der eigentlichen Produktentwicklung geht eine detaillierte Analyse von Aufgabenstellung, Kontexten und Nutzungsszenarien voraus. In die Entwicklung fließen Erkenntnisse aus den unterschiedlichsten Disziplinen ein – von Ingenieurs- und Materialwissenschaft bis zu den Sozialwissenschaften. Der Entwurfsprozess ist durch Kriterien wie Nachhaltigkeit, Nutzerfreundlichkeit, reduziertem Materialeinsatz und hoher Recyclingfähigkeit etc. geleitet.Die Aufgabe von Designer:innen ist die Konzeption, Entwicklung und Kommunikation innovativer Produkte und Lösungen, die unsere Gesellschaft zukunftsfähig machen. Design gestaltet eine positive Zukunft und ist damit ein Hebel für die notwendige Transformation von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik, stärkt unser soziales Miteinander und macht unsere Werte des Zusammenlebens ästhetisch erlebbar.Entlang der Leitidee Design for Democracy: Atmospheres for a better life zeigt das Zukunftsprogramm der World Design Capital 2026 Frankfurt RheinMain, wie Gestaltung nachhaltige Stadtentwicklung fördert, neue Formen urbanen Wohnens und Arbeitens ermöglicht, Mobilität und Bildung neu denkt, umweltbewusstes Produzieren und Konsumieren unterstützt.
Design als Motor für gesellschaftlichen Wandel
Gleichzeitig befähigt Gestaltung dazu, Veränderungen anzustoßen und handlungsfähig zu werden. Sie stiftet Motivation, wirkt inspirierend und steckt an. Auf diese Weise schafft sie die Grundlage für ein starkes Gemeinschaftsgefühl – und ermöglicht ein demokratisches Zusammenleben. Genau das braucht die Region Frankfurt RheinMain heute besonders.
Die Region Frankfurt RheinMain ist extrem heterogen und polyzentrisch. Sie setzt sich neben der Großstadt FFM auch aus mittelgroßen und kleinen Städten zusammen. Sie ist eines der wichtigsten Wirtschafts- und Finanzzentren in Deutschland und Europa, mit zahlreichen starken Arbeitgebenden, einer Vielzahl von Hochschulen mit unterschiedlichen Schwerpunkten, schönen Landschaften und Erholungsgebieten. Jedoch hat sich die Region bisher noch nicht gefunden: Es gibt kein gemeinsames Narrativ, das all die unterschiedlichen Aspekte eint. Dies ist eine riesige Chance.
Gestaltung schafft Lösungen für Probleme
Die World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 lädt daher dazu ein, eine neue gemeinsame Identität der Region zu schaffen und die zentralen Fragen unserer Zeit gemeinsam anzupacken: Wie können öffentliche Räume echten Mehrwert schaffen? Wie tragen Architektur, Mobilität, Wirtschaft oder Digitalisierung zu mehr Lebensqualität bei? Und welche Rolle spielt Design für eine lebendige Demokratie?
Wir möchten eine Kultur der Zuversicht, des Pragmatismus und der Freude am Handeln fördern. Gemeinsam wollen wir Räume für Ideen öffnen, Verantwortung übernehmen und konkrete Lösungen entwickeln, die lokales Engagement und globale Perspektiven verbinden.
Unsere Kernbotschaften
1. Transformation als Tradition: demokratischer Wandel in Frankfurt RheinMain
Die Region Frankfurt RheinMain hat in gesellschaftlichen wie wirtschaftlichen Krisen immer wieder mit Innovation, Vielfalt und großer Wandlungsfähigkeit überzeugt. Ihr international anerkanntes Erbe reicht von der Paulskirchenbewegung über „Das Neue Frankfurt“ bis zur Mathildenhöhe Darmstadt – Initiativen, die nur durch Zusammenarbeit, Engagement und gemeinschaftliches Handeln möglich waren.
Die Auszeichnung als World Design Capital 2026 verstehen wir nicht als Rückschau, sondern als Auftrag, diese Tradition aktiv fortzuführen.
2. Gestaltung als Hebel für Wandel und Nachhaltigkeit
Gestaltung ist weit mehr als Form – sie ist ein Prozess, der Veränderungen in allen Bereichen unseres Zusammenlebens anstößt. Mobilitäts-, Service-, Kommunikations-, Produkt- und Architekturgestaltung prägen den Alltag und treiben wirtschaftliche Transformation voran. Social Design, politisches Design und Politikgestaltung übersetzen Werte wie demokratischen Zusammenhalt und ökologische Rücksicht in praktische Anwendungen, setzen gesellschaftliche Prozesse in Gang, stärken Verantwortung, Mut, Engagement und Wirksamkeit jedes:r Einzelnen und schaffen Orte, an denen Diskurse stattfinden und Beteiligung möglich ist. Hier und jetzt, in konkreten Räumen und Alltagshandlungen wird Demokratie erlebbar.
3. Gemeinsam gestalten: die Region als Werkstatt für eine erlebenswerte Zukunft und gesellschaftlichen Zusammenhalt
Eine erlebenswerte Zukunft entsteht dort, wo Menschen aktiv mitwirken. In Frankfurt RheinMain entwickeln Bürger:innen, Bildungseinrichtungen, Kultur- und Kreativwirtschaft sowie Unternehmen aller Größen gemeinsam neue Ideen. Mit rund 450 Projekten und bis zu 2.000 Veranstaltungen wird die Region 2026 zu einem lebendigen Experimentierfeld, in dem Verantwortung übernommen, ausprobiert und gemeinsam gestaltet wird – mit Impulsen, die weit über das Jahr hinaus wirken.
Legacy: Was bleibt nach 2026Die Legacy von WDC 2026 basiert auf drei Säulen:
1. Erprobte Praxis: Projekte und Kooperationen, die zeigen, wie Design demokratische Prozesse konkret verbessert
2. Dauerhafte Strukturen: Institutionen, Rollen und Orte, die diese Arbeitsweise über 2026 hinaus tragen
3. Messbare Wirkung: Studien, die sichtbar machen, was sich verändert und was wir daraus lernen
Wie die Legacy wirkt – zwei Bewegungen mit klaren Zielen:
A) Top-down: Design in Verwaltung und Politik verankern – z. B. durch den Design Action Plan 2030, Chief Design Officers, Policy-Experimente und neue umsetzungsstarke Modelle für Projekte im öffentlichen Raum
B) Bottom-up: Demokratische Gestaltungskompetenz in der gesamten Region stärken – z. B. über den FRM Design Hub, die OPEN – Design Week Frankfurt RheinMain und Weiterbildungsangebote
So tragen diese Maßnahmen zu den Kernzielen der WDC 2026 bei:
A) Lebensqualität verbessern & Wandel gestalten: Durch erprobte Projekte und partizipative Formate werden öffentliche Räume, Services und Alltagserfahrungen konkreter, demokratischer und lebenswerter.
B) Regionale Identität & internationale Strahlkraft: Dauerhafte Strukturen und sichtbare Projekte machen Frankfurt RheinMain zu einem Modellstandort für Design, Innovation und gesellschaftliche Zusammenarbeit.
C) Nachhaltige Innovation & Zukunftsfähigkeit: Die Kombination aus top-down- und bottom-up-Maßnahmen etabliert Netzwerke, Kompetenzzentren und Lernformate, die Innovation, Klimaschutz und demokratische Teilhabe langfristig sichern.
Kurz: WDC 2026 hinterlässt eine Region, die Demokratie aktiv gestaltet – mit den Tools, der Kultur und den Kompetenzen, um Teilhabe spürbar und wirksam zu machen – weit über 2026 hinaus.
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